Wann ist man ein Grauer Panther?
Panther sein ist eine Haltung, nicht eine au-tomatische Mitgliedschaft ab Eintritt ins Ren-tenalter, wie es bei viele Senioren-Organisationen am rechten und linken Spektrum der Fall ist (Rentnervereinigungen eines früheren Arbeitgebers, Ableger von politischen Parteien und Gewerkschaften). Echte Panther entscheiden selber, ob sie sich in Anlehnung an die Ur-Panther in Amerika Graue Panther (Gray Panthers) nennen wollen. Sie führen sich wie die kämpferischen Ur-Panther auf und zeigen wo nötig ihre Krallen. Ihr Anliegen deckt alle Themen ab, die im Alter die Rechte einschränken oder das Leben erschweren. Sie fühlen sich für alle Menschen aller Rassen, Geschlechter, politischer, religiöser und sexueller Ausrichtung zuständig, wenn diese in der gleichen Notsituation sind.

Es fällt auf, dass die Amerikanischen Panther ’Gray’, während die Englischen Panther ’Grey’ sind.

Graue Panther, die sich ohne Bezug auf eigene, schmerzhafte, verletzende Erfahrungen beim Älterwerden selber als Panther organisiert haben, entwickeln sich zu Organisationen für die Freizeitgestaltung, zu ’Wohlfühl-Panthern’ (Beispiele in Bern, Schwyz, Holland, Österreich, ein Wanderclub in Grossbritannien etc.). Die auf diese Weise sozialisierten (Plüsch)Panther sind Senioren, die sich von Politik, Medien und vor allem von der geballten Wucht der Werbung für seniorengerechte Produkte und Dienstleistung das Attribut oder das Label Graue Panther verpassen und damit ruhig stellen lassen. Es wird ihnen ja schliesslich in der Werbung und in unzähligen Publikationen verheissen, dass sie mit der Aussicht auf ewige Jugend getrost in die ’ewigen Rentner-Ferien’ gehen können. Ihre Zahl nimmt zu.

Monatsversammlung vom September 2011 mit Silvia Schenker (Foto H.P. Meier)


Label-Panther sind zahm und zahnlos und ziemlich das Gegenteil dessen, was die Grauen Panther von Maggie, Trude und The-rese sein wollen. Deren Nachfolger wollen stattfinden, wollen mit ihren scharfen Krallen allen zeigen und vorleben, dass man als Grauer Panther die kämpferischen Ziele der Bewegung kennt und sich für sie einsetzt und deswegen ein unglaublich spannendes und erfülltes Alter erleben kann. Viele der Texte im kommenden Buch über die Schreibwerkstatt beweisen es.