Sozial sehr engagierte Frauen

Die drei erfolgreichen Grauen Panther Bewe-gungen sind alle von sozial sehr engagierten Frauen ins Leben gerufen worden. Frauen, die schon zuvor beruflich oder politisch mit den vielfältigen, ungelösten Problemen des Alters zu tun hatten. Deshalb war ihr Blick so geschärft für Lücken im sozialen Netz des Staates, die zu alters- oder rasse- oder ge-schlechtsbedingten Diskriminierungs-Fallen werden können. Fallen, in welchen man selbst dann Grundrechte verliert, wenn diese in der Verfassung garantiert sein sollten. In USA, Deutschland und der Schweiz haben Frauen dagegen gekämpft, dass Alte wegen der vorherrschenden politischen und rechtli-chen Systeme hilflos, wehrlos und mittellos werden. Und sie wollten die Probleme lösen, und zwar sofort und endgültig. Lösen im an-griffigen Dialog mit Behörden und unter Beteiligung sowohl der Betroffenen (Stake Holders) als auch der ad hoc gegründeten Selbsthilfe-Gruppen der Grauen Panther.
 

Bericht aus dem Doppelstab vom 20.Oktober 2005


Keine dieser Frauen hat zuerst die Organisa-tion gegründet und sich dann auf die Suche nach Problemen gemacht.

Die Internet-Quellen zeigen, dass sich Graue Panther nur in USA, Deutschland und in der Schweiz gezielt und mit Absicht provokativ und politisch verhalten, wenn sie Probleme im Alter wie Wohnen, Gesundheit, Selbständigkeit, Ausbildung, Einkommenssicherung etc. ins Bewusstsein der Behörden und der Senioren zu bringen versuchen. Nur in Deutschland wurde es als hilfreich oder notwendig erachtet, dafür aber eine Partei zu gründen. Inzwischen gibt es in einigen anderen, meist Europäischen Ländern eine Reihe sehr unterschiedlicher Grauer Panther. Bei näherer Prüfung erweisen sie sich oft als ’Label-Panther’, als Organisationen zur Gestaltung der Freizeit oder zu vornehmem Wohnen, nicht selten sogar unter wohlwollender Aufsicht der Behörden.

Weil die Beweggründe der Ur-Panther in je-dem der drei Länder mit sozialen Problemen, Missständen, Ausgrenzungen und Ungerechtigkeiten auf persönlicher und somit lokaler Ebene zu tun haben, entfalten sich die Organisationen wie gezeigt in lokalen Zellen. Neue Mitglieder können nur in dem Ausmasse gewonnen werden, als es betroffene Menschen gab und gibt, welche die Lösung ihrer privaten Probleme im gemeinsamen politischen Agieren sehen. Dafür muss natürlich erst einmal die Existenz solcher Probleme begriffen werden, was in einer Wohlstandgesellschaft wie der Schweiz nicht jedermann klar ist. Die lokale Verwurzelung fördert notgedrungen einen Blick auf das anstehende lokale Problem, quasi eine Fokussierung nach Innen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass sich die Bewegung der Grauen Panther immer nur national verbreitet und vernetzt hat. Jedenfalls ist mir nicht bekannt, dass es je ein Anliegen von Maggie Kuhn oder Trude Unruh oder Therese Zaugg (endlich sind diese drei Gründer-Panther einmal gemeinsam genannt!) gewesen wäre, einen internationalen Dachverband zu gründen. Und eine Top-Down Gründung liegt dem Wesen der wahren Panther so fern, dass sie nur Label-Panthern einfallen kann, wie das Scheitern eines in der Retorte entstandenen Schweizer Dachverbandes ‚Graue Panther Schweiz’ eindrücklich zeigt, in welchem es alsbald zu Spannungen wegen Führungsansprüchen eines der beteiligten Teilverbände kam.
 

Bericht aus der BaZ vom 18.Mai 2006


Hingegen macht es Sinn, wenn sich Graue Panther anderen Alters- und Senioren Orga-nisationen anschliessen, welche eine nationale Ausrichtung haben und deren Ziele mit den Zielen der Panther korrespondieren. So sind zum Beispiel die Panther Nordwestschweiz und die Panther Solothurn und Umgebung sowie der Panther-Club Zürich gemeinsam bei der Vasos, der Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfegruppen der Schweiz, die anderen Schweizerischen Panther Organisa-tionen aber nicht.