Von Fredy Stingelin , Redaktor des Panther-Buchs ’Die Schreibwerkstatt’ , aus Panther Post 2/2011

Im Stile einer journalistischen Recherche versuche ich mit Hilfe der mir vorliegenden Unterlagen der Basler Pantherbewegung und auf der Basis von Internet-Research ein Bild von der Geschichte sowohl der Amerikanischen als auch der Deutschen Panther-Organisation, den angeblichen Vorgängerinnen der Basler Bewegung, zu zeichnen. Ich zeige Gemeinsamkeiten, Besonderheiten und Unterschiede auf, denn die unterschiedlichen Zielsetzungen und Strukturen der Amerikanischen, der Deutschen und der Schweizer (Basler) Bewegung sind spannend. Sie lassen Rückschlüsse auf den Zustand der sozialen und rechtlichen Rahmenbedingungen, auf die sozialen Probleme und auf die Demokra-tieverhältnisse in den drei Ländern zu. Man stellt dabei fest, dass die Bewegung in der Schweiz (in Basel) weltweit erst die dritte, aber auch bereits die letzte ist, die sich mit ih-rem Engagement für die Alten eindeutig poli-tisch und auch kämpferisch nachhaltig in Szene zu setzen vermochte, sich entfalten und über die Zeit zu behaupten wusste. Die Bewegung muss den richtigen sozialen und politischen Nährboden gehabt und einem Bedürfnis vieler alten Menschen entsprochen haben, welches anderswo noch nicht bestanden hat oder sich nicht zu artikulieren vermochte. Und bei den Senioren den Wunsch entfacht haben, einer derart kämpferischen Bewegung beitreten zu wollen.

Bürgerrechte hat man auch im Alter

Laut Internet-Quellen, welche sowohl die Amerikanische als auch die Deutsche Bewe-gung ausführlich beschreiben, sind Graue Panther eine zumeist in lokalen Gruppen or-ganisierte Bewegung von Menschen und Bürgerrechtlern, welche
  1. die Autonomie und die Würde von Senioren und von jungen Menschen schützen,
  2. Leben ins Pensionsalter bringen wollen, und
  3. sich gegen bewusste und unbewusste gesellschaftliche, politische, rechtliche oder finanzielle Ausgrenzung oder Diskriminierung von Alten, Jungen, Frauen, Farbigen und Schwulen wehren.
Weder die Art der Diskriminierung noch die Aufzählung der Ausgegrenzten ist jeweils abschliessend.

Die Organisationsform der Panther ist immer eine lokale, sie entsteht immer dort, wo die Menschen mit den Problemen, wo die rechts-freien Räume der Senioren und Seniorinnen sind. Weil die Herausforderungen in ihren lo-kalen Strukturen angegangen werden, ent-stehen lokale, pragmatische Lösungsansät-zen mit lokalen, aber untereinander meist vernetzten Organisationen.