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Monatsversammlung: Brain Fitness im Alter

Tipps und Tricks zu Brain Fitness im Alter mit Prof. Reto Kressig, Direktor FPS

Ort Felix Platter Spital

Das Neuste

Jung und Alt gegen den Klimawandel

Monatsveranstaltung vom 2.September

Generationen-Graben? Von wegen! Eine ungewöhnliche Runde von zwei jungen Männern und zwei reifen Damen suchten an unserer gutbesuchten Monatsveranstaltung miteinander Mittel und Wege gegen das, was uns alle umtreibt: den Klimawandel.

Die Grauen Panther haben sich stets als Organisation verstanden, die nicht einseitig die Interessen der Älteren vertritt, schon gar nicht auf Kosten der Jüngeren. Für das generationenübergreifende Gespräch bietet sich der immer spürbarer werdende Klimawandel besonders an. Wir Ältere gehören zu jenen Generationen, die für wesentliche Teile des heutigen Zustands unseres Planeten mitverantwortlich sind. Was uns wohl alle etwas überfordert.  Moderatorin Lise Nussbaumer, bis vor kurzem GL-Mitglied der Grauen Panther, drückte wohl ein verbreitetes Gefühl aus mit dem Hinweis, dass sie bei dem Thema schwanke zwischen Ohnmacht, Depression und Hoffnung. Letzteres wollten die GP mit dieser Veranstaltung stärken.

Die jungen Aktivisten….
Joris Fricker und Nino Russano, beides Basler Gymnasiasten (bzw.Ex-) und Klima-Aktivisten, und die beiden Klima-Seniorinnen Sibylla Marelli und Rosmarie Wydler erläuterten nicht nur ihre Aktivitäten, sondern tauschten sich auch aus und suchten mehr gemeinsame Schritte. Joris , Mitglied des Organisationskomitees Kollektiv Klimastreik, erinnerte einleitend an das Werden der Bewegung. Stichworte: Greta Thunberg, erste Schulstreiks, whatsapp-Chatgruppen, erste grosse Vollversammlung, Organisation in Arbeitsgruppen vorab für Mobilisation und Kommunikation. Er betonte die komplette Unabhängigkeit der Bewegung von allen Parteien und festen Organisationen. Und er kündete an: nächster Basler Schulstreik am 20.September, nächste nationale Klima-Demo am 28.September in Bern.

Nino Russano, Juso, war in der Organisation nicht dabei. Er habe einfach die Dringlichkeit erkannt: « Ich will nicht zusehen, wie unser Planet an die Wand gefahren wird». Die Bewegung werde langfristig bestehen, ist er überzeugt. Es brauche den Druck von der Strasse, damit es eine Veränderung gibt: Das sehe man sehr gut nach dem grossen Frauenstreik: «Jetzt muss die Politik aktiv werden, die Strasse hat gesprochen». Das Klimaproblem zeige klar die Fehler des Wirtschaftssystems: trotz energieintensiver Lebensmittelproduktion haben wir Hunger auf der Welt. Profit geht über Moral, siehe Brände im Amazonas. Die Probleme müssten wir einerseits politisch angehen mit der Stärkung der progressiven Kräfte, andrerseits mit Lösungen der sozialen Probleme wie bezahlbares Wohnen. Wir haben eine Gesamtverantwortung: Jeder kann etwas machen, aber wir haben falsche Anreize, etwa die viel zu billigen Flüge.

Joris Fricker seinerseits wie darauf hin, dass in Island weltweit erstmals ein Gletscher für «tot» erklärt wurde. «Wenn die Meeresspiegel steigen, kommen Flüchtlinge. Der Hardwald ist bereits teilweise tot, der Amazonas brennt. Wenn der Permafrost schmilzt, werden enorme Mengen Methan freigesetzt».



… und die aktiven Klimaseniorinnen
Die Co-Präsidentin der Klimaseniorinnnen, Rosmarie Wydler-Wälti, erinnerte an den Hitzesommer 2003: Damals starben zahlreiche ältere Menschen, vor allem Frauen. Die Klimaseniorinnen haben den 2016 Bundesrat verklagt, weil er zu wenig tue gegen den Klimawandel. Aber im Frühjahr 2017 wurde nicht darauf eingetreten, mit der Begründung, dass ja alle darunter leiden, nicht nur ältere Frauen.  Nach diesem Nein riefen die Klimaseniorinnen das Bundesverwaltungsgericht an, das aber ebenfalls nicht darauf einging. Deshalb liege die  Klage jetzt vor Bundesgericht. Fast zeitgleich begannen die Jungen mit ihren Klima-Aktionen. «Wir gingen hin und wurden dort begeistert angehört, seither demonstrieren wir mit ihnen zusammen». Die Klimaseniorinnen zählen heute über 1500 Mitglieder (nur Frauen über 64) sowie über 1000 Unterstützerinnen und Unterstützer.

Die Psychologin Sibilla Marelli ihrerseits meinte, das Wahrnehmen der Gefahr  brauche sehr viel Mut heute. «Aber der Wandel beginnt mit dem Hinschauen». Nur unsere Liebe zur Erde bringe uns zum Handeln. «Es ist unser Haus, das brennt». Systemfehler gebe es tatsächlich,  dennoch sei nicht alles schlecht in unserem Wirtschaftssystem, «aber wir müssen es neu zusammensetzen, und es geht nicht ohne Verzicht». Das sei anfänglich wohl ein «Knorz», aber mit der Zeit gehe es immer besser. Darum haben die Klimaseniorinnen eine Absichtserklärung formuliert zu wichtigsten Dingen wie Ernährung, Mobilität, Wohnen etc. (vgl.Anhang).



Individuum und Ganzes
Die Diskussion und die Fragerunden drehten sich immer wieder um die Rolle des Individuums und der Politik, um Eigenverantwortung, Verzicht, Regeln und Verbote.  Ein Fazit: Jede und jeder von uns muss bereit sein, etwas zu tun, und die Gesetze, die es braucht, werden wehtun müssen – sonst bewirken sie nichts. Nino erinnerte an den Gewässerschutz: Wir können heute im Rhein baden, weil Gesetze das Einleiten der Abwässer verboten haben. Joris geht noch weiter: Das radikale Problem von heute könne nur mit radikalen Mitteln bekämpft werden. «Es muss wehtun». Mehrfach wurde indessen darauf hingewiesen, dass die Politik, auch in Basel, zwar wohl den Klima-Notstand ausruft, aber dann bei den konkreten Massnahmen oft einknickt.

Aus der Runde kamen immer wieder Hinweise auf Fehlverhalten und mögliche Änderungen: weniger produzieren, weniger Autofahren, weniger Herumjetten, Konsum- und Essverhalten ändern, vor allem weniger Fleisch esse, Heizung drosseln. Und so fort. Wichtig sind auch gute Vorbilder: Bekannte Leute, die bei sich etwas geändert haben, können etwas bewirken.

An die Demos gehen
Und was können wir als Graue Panther tun, um die jungen Aktivisten zu unterstützen? Deren Antwort ist einfach: Kommt an unsere Demos, sagt es weiter, redet darüber mit euren Bekannten. Die Aufforderung wurde mehrfach unterstrichen: Es sei wichtig zu zeigen, dass auch die älteren Menschen dabei sind.

Das Bedürfnis nach konkreten Tips und Anregungen für sinnvolle Massnahmen im eigenen Umfeld manifestierte sich immer wieder. Hier einige nützliche Plattformen und Listen:

Beilagen als pdf unten:

  • Das Magazin: 75 konkrete Vorschläge
  • Marschallplan der SP Schweiz mit 40 Massnahmen

Martin Matter