Stadtentwicklung: Wo Basel hinsteuert
Monatsversammlung vom 4.Februar

Basel-Stadt ist der am dichtesten besiedelte Kanton der Schweiz. Wie kann und will er sich weiterentwickeln? Wie steht es mit dem Wohnen, dem öffentlichen Verkehr und den Bedürfnissen der älteren Menschen? Solchen Fragen war unsere gutbesuchte Monatsversammlung vom 4.Februar gewidmet.

Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartement, und Grossrat Steffi Luethi, Mitglied der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission des Grossen Rates, schilderten die Brennpunkte, beantworteten die zahlreichen Fragen und bekamen zu hören, wo uns Ältere die Schuhe drücken.
Zur allgemeinen Stadtentwicklung erläuterte Wessels, dass die Regierung die Stadt Basel viel grösser denken will als jene (recht zahlreichen) zentrumsorientierten Baslerinnen und Basler, für welche das Stadtzentrum 500 Meter nach der Schifflände aufhört und für welche  die Idee, das Völkerkundemuseum an den Bahnhof St.Johann zu verlegen, einer Verbannung an die  "Peripherie" gleichkommt. Es gelte Basel als funktionale, trinationale Stadt zu begreifen und entsprechend zu handeln. Zugleich wolle man die Quartiere stärken und neue Quartiere schaffen: Erlenmatt, dann die erst als Vision bestehende Hafeninsel.

Zum Thema "Wohnen" erinnerte Wessels daran, dass Basel heute rund 50000 EinwohnerInnen weniger zählt als 1960. Den Hauptgrund sieht er (wie anderswo) im ständig wachenden Flächenbedarf pro Kopf. Heute besteht die Mehrzahl der Basler Haushalte aus 1 Person (wovon eine wachende Anzahl Senioren). Es gelte also viel mehr Wohnraum bereitzustellen als 1960. Nicht zuletzt geschehe dies sinnvollerweise durch die Nutzugng ehemaliger Industriebrachen wie etwa des Schorenareals der Novartis. Wessels betonte, dass die Regierung einen möglichst guten Mix an Wohnungen sowohl für Betuchte als auch weniger Betuchte anstrebt, aber über die Strategie hin zu sozialen und bezahlbaren Wohnungen neben dem Luxus auf dem früheren KiSpi-Areal hätten wir gern noch etwas mehr gehört. Beim Verkehr machte der Baudirektor einmal mehr klar, dass die Priorität auf dem ÖV liege und auf der Förderung des Langsamverkehrs, also der Velos und der Fussgänger (wobei die Velos nicht nur für unser Publikum, sondern auch für Wessels bisweilen nicht recht zu "langsam" passen wollen). Wichtig sei, dass sowohl Velos als auch Fussgänger genügend Platz erhalten, damit sie einander nicht in die Quere kommen: Im kleinräumigen Basel nicht ganz einfach, da wir ja keine Trottoir- und Strassenbreiten wie etwa in Berlin kennen.

Steffy Luethi seinerseits schilderte einige Problempunkte für Fussgänger wie etwa den Allschwilerplatz. Er plädierte für den Mut zu Veränderung und Aufbruch, für weniger Furcht vor Grossprpojekten, für Überschreiten von Grenzen wie mit dem Tram nach Weil. Als besondere Note brachte er die Idee einer Tramlinie in der Feldbergstrasse wieder ins Spiel.

Nach den ausführlichen Vorträgen brannten die Pantherinnen und Panther darauf, Fragen zu stellen und Anmerkungen zu machen, sodass Co-Präsident Hanspeter Meier die Versammlung etwas zu verlängern beschloss. Grossen Raum nahmen etwa die ÖV-Haltestellen und ihre Probleme für die Älteren ein (bis in 10 Jahren müssen sämtliche Haltstellen - auch ausserhalb der Stadt-  behindertentauglich sein, eine Riesenaufgabe); angeregt wurde etwa ein kleiner Shuttlebus bei Ausstellungen vom Kunstmuseum auf den Münsterhügel für jene, die nicht gut zu Fuss sind. Auch das Bedürfnis nach geeigneten Sitzmöglichkeiten im öffentlichen  Raum (natürlich mit besonderen Sitzhöhen für Senioren) wurde manifest. Überdies kamen zahlreiche auch weniger altersspezifische Themen zur Sprache, vom Wasgenring über Rheinhattan bis zum Tattoo.
MM