Monatsversammlung vom 3.Juni

Was machen unsere Enkelkinder im Internet? (bzw. was machen wir Ältere dort?)

Einem besonderen und nicht ganz einfachen Thema war unsere Juni-Versammlung gewidmet. Was machen unsere Enkelkinder ständig im Internet, und wo liegen Chancen und Risiken der neuen Medien? Die lebhafte Diskussion nach den Vorträgen zeigte rasch, dass sich die Anwesenden offenbar weniger für das digitale Treiben ihrer Enkel interessieren als vielmehr dafür, was sie selber mit dem Internet anfangen können. Die grundsätzlichen Internet-Gegner, die es in unseren Reihen durchaus auch gibt, waren gar nicht erst erschienen.

Für die spannenden Ausführungen zum Thema konnten wir auf eigene Fachleute zurückgreifen: die GL-Miglieder Felix Müller und Hanspeter Meier haben als ehemalige Lehrer im IT-Bereich die Entwicklung von Computer und Internet aktiv miterlebt und für ihre Schulen nutzbar gemacht. Felix Müller schilderte einleitend die rasante technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte. Die Jungen nutzen heute Internet und vor allem Social Media, die sog.sozialen Medien, ebenso selbstverständlich wie wir Älteren etwa den Staubsauger. Ein Leben ohne Internet und Facebook etc. ist für die junge Generation unvorstellbar. Vielen von uns aber kommt das fremd und unnötig vor.

Social Media, das ist wie ein Marktplatz mit unzähligen Ständen und Angeboten, umschreibt es Felix Müller. Das bekannteste Instrument ist Facebook, die digitale Visitenkarte, auf welcher man alles mit Freunden teilen kann, worauf man Lust hat. Gemeinsam und grundsätzlich neu ist all diesen Angeboten, dass die Nutzer sowohl Sender als auch Empfänger sind: Alles was ich auf Facebook "poste", findet sofort Widerhall und Kommentare der "Freunde".

Die Social Media befinden sich heute aber trotz enormer Verbreitung erst dort, wo das Fernsehen etwa 1960 stand, sagt Felix Müller. Sie werden sich also noch gewaltig weiter entwickeln und unser Leben und unsere Arbeitsabläufe weiter verändern und beeinflussen.

Hanspeter Meier ging konkret auf Facebook ein, vor allem anhand seiner eigenen Facebook-Seite. Da findet man etwa eine Telebasel-Umfrage über die kommende BL-Regierungswahl ebenso wie ein lustiges Elefantenfilmchen, und vieles mehr. Auf Felix Müllers Facebookseite sind u.a. Fotos einer Indienreise zu sehen. Angeline Fankhauser wiederum, die die Diskussion leitete, benutzt Facebook und Twitter vorab für politische Äusserungen. Hanspeter Meier machte eindringlich darauf aufmerksam, dass das Internet nie vergisst: selbst wer seinen Account löscht, muss damit leben, dass die Firma Facebook seine Daten behält. Deshalb: ganz Privates gehöre nicht aufs Internet. Immer öfter schauen auch Arbeitgeber nach, ob der Bewerber auf Facebook ist was er dort so bietet! Aber auch vermeintlich Harmloses kann heikel sein: was werden die Kinder dereinst über all jene Fotos sagen, die ihre Eltern jahrelang auf Facebook "gepostet" haben und die auf ewig im Internet bleiben? Und wo die Gefahren liegen, zeigten etwa die jüngsten Berner Krawalle, die von Facebook aus inszeniert wurden: jemand "postet" einen Aufruf, der sich schneeballartig in Windeseile verbreitet dank der Social Media. Auch für den Dienst " Twitter" gilt: die gute wie die üble Nachricht verbreitet sich dank der "Follower" in Windeseile. Tweets sind Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen, die jedermann verbreiten kann, der Interessantes zu sagen glaubt. Bestimmte Politiker/innen nutzen dieses Mittel exzessiv, die Medien kommen auf diese Weise oft zu News.

All die negativen Seiten der Social Media will Angeline Fankhauser überhaupt nicht leugnen. Aber sie nutzt mit Überzeugung Facebook wie Twitter als "wunderbare Möglichkeit, etwas (Politisches) mitzuteilen: als Mittel, uns Älteren eine Stimme zu geben".

Die sehr lebhafte Diskussion drehte sich um viele praktische Internet-Themen, was zeigte, dass die Grauen Panther viele interessierte " digital immigrants" in ihren Reihen haben. Darob kamen etliche spezifische Themen zu Jugend und Internet etwas zu kurz. Ein nächstes Mal, meinten die Anwesenden. MM

Links zu: Was machen unsere Enkelinnen und Enkel im Internet? – Chancen und Risiken der Neuen Medien –

  • IMG_1428
  • IMG_1430
  • IMG_1447
  • IMG_1459
  • IMG_1462
  • IMG_1466