Aktueller könnte eine öffentliche Veranstaltung der Grauen Panther nicht sein: Erst vor wenigen Tagen wurden die Ergebnisse der Umfrage "Die Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppe 55plus in Basel-Stadt" veröffentlich, und schon standen uns die Verantwortlichen an der Monatsversammlung Red und Antwort. Die Resultate und die Folgerungen daraus wurden uns vorgestellt von der Kantonsstatistikerin Madeleine Imhof, der Projektleiterin Michèle Thommen und Philipp Waibel, dem Leiter Bereich Gesundheitsdienste Basel-Stadt.
Bei einer Rücklaufquote von gut 34% hat die Umfrage relativ klare Ergebnisse gezeitigt: Die meisten älteren Menschen möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben, wo sie sich auch am sichersten fühlen; jüngere Senioren und Seniorinnen können sich auch Senioren-WGs und dergleichen vorstellen, die wesentlich Älteren dagegen bevorzugen das Altersheim.  In Sachen Gesundheit ist festzustellen, dass es Menschen in Mehrpersonenhaushalten  bzw.festen Bindungen tendenziell besser geht als Alleinstehenden, auch sind Leute mit guten finanziellen Verhältnissen eher gesünder als solche mit kleinem Einkommen -- ein Thema, das über die Statistik hinausführt zum Sozialstaat. Interessant die Aussage, wonach die Älteren ihre Informationen am häufigsten über Freunde, Bekannte und Nachbarn beziehen, danach am ehesten über Zeitungen, Radio und Fernsehen, wogegen das Internet (noch) eine Nebenrolle zu spielen scheint.

Was geschieht nun mit den Resultaten?
Als wesentliche Folgerungen für die Anpassung der Altersleitlinien sieht Waibel vor allem die Schaffung einer Existenz- und einer Versorgungs-Leitlinie für Seniorinnen und Senioren. Die Seniorenpolitik soll vermehrt in den Quartieren stattfinden, wo man sich kennt und wo auch schon Strukturen vorhanden sind. Denn es stellt sich heraus, dass die älteren Menschen in Basel auch sehr viel Freizeit in ihren Quartieren verbringen. Waibel hält das Festhalten an einer kantonalen, für Alle gleichen Seniorenpolitik deshalb nicht mehr für angemessen.

Mühe haben die Gesundheitsdienste mit der Bekanntmachung all ihrer Angebote für Senioren. Waibel: "Es geschieht wahnsinnig viel in Basel, aber niemand weiss es". Darum versuchte man es mit einer Internetseite www.seniorenbasel.ch, doch die Resonanz ist laut Waibel bescheiden, und in den traditionellen Medien finde man zu wenig Gehör mit den Angeboten. In der lebhaften Diskussion wurde das Thema "Internet"aufgenommen, und es meldete sich vor allem die Fraktion der "InternetverweigererInnen", die darauf beharren, nichts vom Internet wissen zu wollen. Natürlich ernteten sie auch Widerspruch. Das Thema ist auch dem Vorstand und der Geschäftsleitung der Grauen Panther wohlvertraut...  

In Baselland steht eine analoge Umfrage derzeit nicht zur Diskussion. Das vordringliche Thema lautet vielmehr "Erarbeitung eines Altersleitbildes", denn eine kohärente  Alterspolitik gibt es im Landkanton bis zur Stunde nicht. Die Grauen Panther sind mit einer Gruppe unter Leitung von Co-Präsident Hanspeter Meier seit Anbeginn in den Prozess einbezogen, die GP haben sich bereits zweimal vernehmen lassen, und noch im Mai findet ein weiterer Runder Tisch zum Thema statt. Danach  wird der Leitbild-Entwurf erneut überarbeitet und geht dann an Regierung und Landrat.

MM      

Bilder Monatsversammlung: Was die älteren Menschen in Basel wünschen

Anhänge:
Zugriff auf URL (/attachments/article/61/Schlussbericht_55plus.pdf)Schlussbericht_55plus.pdf[Statistisches Amt des Kantonas Basel-Stadt][3]0 kB
Zugriff auf URL (/attachments/article/61/Grundauswertungen_55plus.pdf)Grundauswertungen_55plus.pdf[Statistisches Amt des Kantonas Basel-Stadt][2]0 kB
Zugriff auf URL (/attachments/article/61/Fragebogen_55plus.pdf)Fragebogen_55plus.pdf[Statistisches Amt des Kantonas Basel-Stadt][1]0 kB