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Vision oder Schnapsidee?

Das Konzept: Ein Grundeinkommen (GE), das ein einfaches, aber anständiges Leben ermöglicht, für jeden Menschen von Geburt bis Tod, an keinerlei Bedingungen geknüpft. Arbeiten und mehr Geld als das GE verdienen bleibt immer möglich, wie bisher. Das Grundeinkommen wäre nicht etwa eine Erweiterung des bestehenden Sozialstaates, sondern ein neues, individuelles Bürgerrecht. Keine Wohltat, sondern eine pragmatische Sicherung der Existenzgrundlage.

Diese an sich bereits alte Idee wird weltweit wieder neu diskutiert. Neue Impulse erhielt sie durch das Engagement des deutschen Unternehmers Götz Werner.

Am Montag, 10.Januar, kamen etwa 80 Interessierte an unserer Monatsversammlung zu einem spannenden Nachmittag. Eingeführt von Anke Dieterle, erläuterte Enno Schmidt, Mitautor der Initiative Grundeinkommen Schweiz, die Idee. Es wäre wohl so, dass ein Grundeinkommen von beispielsweise 2500 Franken die Höhe eines normalen Arbeitssalärs entsprechend senken würde. Kleinräumige Versuche in afrikanischen oder indischen Dörfern haben gezeigt, dass die Menschen sich nicht etwa auf die faule Haut legen, sondern das bisschen Geld am ehesten dazu nutzen, kleine unternehmerische Aktivitäten zu entwickeln. Die Folgen sind als positiv für das Dorf und seine Menschen zu werten. Umfragen in Europa haben ergeben, dass der Grossteil der Befragten auch mit einem Grundeinkommen kaum aufhören würde zu arbeiten. Ausnahmen: etwa alleinerziehende Mütter.

Das GE würde ermöglichen, sich anderen, sinnstiftenderen Tätigkeiten zu widmen und den Arbeitsdruck zu reduzieren. Es verliehe den Menschen mehr Freiheit und Eigenverantwortung als die heutige Abhängigkeit. Man würde, wie Schmidt es nennt, zum „Unternehmer seiner eigenen Biographie“. Schmidt versteht das GE vorerst als kulturellen Impuls, weil die Idee dazu zwingt, fast alle altvertrauten Denkmuster zu hinterfragen und das GE Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hätte.

Die Finanzierung der Mehrkosten, die man im Fall der Schweiz auf etwa 30 MiIliarden schätzt, könnte phasenweise über einen Umbau der Besteuerung weg vom Arbeitseinkommen hin zum Konsum erfolgen: Eine entsprechend gestaltete, transparente Mehrwertsteuer würde die Einkommenssteuer ablösen.

In den Reihen der Grauen Panther und der anderen Gäste stiess die Idee sowohl auf Skepsis als auch auf Zustimmung. Das Thema wird in absehbarer Zeit auf das politische Parkett kommen: Die Gruppe um Schmidt bereitet eine Volksinitiative vor.
MM


Weiterführende Links:

http://www.initiative-grundeinkommen.ch/content/home/
http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/sozialhilfe/artikel/einkommen-fuer-alle_grundlohn-statt-sozialhilfe/
http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen